Savannah Route und Overlander Route

Mit dem Wohnmobil unterwegs in Queensland Savannah und Overlander Route

Queenslands: Georgetown – Normanton – Cloncurry – Mt. Isa – Charters Tower

Eigentlich dürfen wir ja mit unserem Leihwagen keine unbefestigten Straßen fahren, aber der Copperfield Gorge lockt doch sehr. So düsen wir über erstaunlich gut gemanagte unbefestigte Straßen, die zum großen Teil aus rotem festen Sand auf Felsuntergrund bestehen. Bei den Strecken mit den ekligen gebrochenen Steinen oder fest gefahrenem Sand zwischen Felsbröckchen halte ich oft die Luft an

piste im outback– es sieht doch sehr rauh aus, dieses „Pflaster“.. Einmal ist sogar ein Fluß zu durchqueren – aber es ist ja Trockenzeit und so sind über der Fahrbahn nur 5 cm Wasser – welch ein Glück, sonst hätten wir einen Umweg von 100 km vor uns gehabt. Was uns immer wieder erstaunt oder auch begeistert, ist das rote Land , da typische Synonym fürAustralien Outback. Die 150 km Rundweg schafft der Toyota spielend – und wir werden mit unterschiedlichsten Landschaftsbildern und einer sehenswerten Schlucht belohnt. Rundherum flaches karges Land – und dann tut sich plötzlich die Erde auf und wir sehen unter uns einen reissenden Fluß, der durch ein beeindruckendes Felsental fließt, vorbei an von Lava ausgewaschene Höhlen in grau schwarzer Farbe und weiter voraus an feinem Sandstrand vorbei. Einfach toll, was die Natur zu bieten hat. Die Savannah Route führt uns weiter gen Westen ins das Hinterland – eine scheinbar endlos schnurgerade Strasse durch flaches leicht hügeliges Land, das mit spärlichem Busch- und Baumbewuchs der Sonnenhitze trotzt.

 

kaenguruh on the road wildlife im outback

 

Hin und wieder ändert sich das Landschaftsbild – der Bewuchs wird noch spärlicher, die Einheitshöhe der Büsche wächst um ein paar Zentimeter oder es bildet karges Buschland mit vertrocknetem Gras und vereinzelten Büschen – aber meist ist die Erde rot und die Blätter sind grünlich. Ein Highlight für uns sind eine Schar Emus, die gemächlich über die Straße schreitet und sich auch noch fotografieren läßt. Einige Zeit später entdecken wir Kraniche, die wir zum ersten mal wirklich sehen und nicht als Zugvögel im Herbst hoch oben am Himmel (wir wußten eigentlich gar nichts über sie und sind über ihre Storchengrösse erstaunt).

Croydon – 150 km westlich von Georgetown – durchfahren wir einfach – dort waren wir vor 3 Wochen zum Rodeo – auf geht es 150 m weiter nach Normanton – einer Stadt am Normantonriver, wo ein 6 m langes Krokodilmonument eine Attraktion bedeutet. Das ist wohl auch schon alles, sengende Hitze mit 35 Grad, leergefegte breite Straßen, kaum ein Baum zu sehen – was sollen wir hier? Also tanken wir auf und drehen unseren „Bug“ nach Süden. 375 km entfernt ist Cloncurry – zwischendurch auf der Strecke gibt es lediglich ein Roadhouse – dort gibt es alles wichtige für die Reisenden: Toiletten, Duschen, Hamburger, Steak, Pommes und kaltes Bier. Übernachten kann man hier ebenfalls in einfachen Unterkünften oder halt auf dem „Campground“.

outback camping outback

Die Fahrt nach Süden überraschte uns mit NICHTS– ja wirklich, zeitweise schien um uns die Welt nur aus der Straße – gut geteert – und zu beiden Seiten gelbes Nichts, nicht wirklich, denn das Gelb waren Ebenen von vertrocknetem Grasland, soweit das Auge reicht – kein Baum, kein Strauch. Dann tauchten wieder kleine Büsche auf und Känguruhs – die warteten wohl am Straßenrand auf den Durchgangsverkehr, der aus Campertrailern, Utes und natürlich Road-Trains bestand, wobei die Karawane der „grauen Nomaden“ mit ihren Wohnwagen wie immer auf diesen Strecken extrem in der Überzahl waren.

trotzloses outback

Die halbe Stecke bis zur Raststätte war schnell geschafft, immer schön mit 100 km/h und ein Auge auf den Straßenrand wegen der Känguruhs. Und was ist das dort? Natürlich Rinder, dann auch einige Wildpferde und noch 2 Emus – auf der Flucht vor dem Straßenlärm?

burke roadhouseHambuger und Pommes gehören zum Roadhouse – haben wir schon im Fernsehen in DL gesehen – also müssen auch wir sie essen – nah sieh mal, wir gehen auch mal aus essen!

Nachts hörten wir nur hin und wieder einen Roadtrain ansonsten das Zirpen der Zikaden und einen klaren Sternenhimmel mit der hell erleuchteten Milchstraße – wie überall hier im sonst lichterlosen Land – immer wieder überwaltigend. Der Himmel scheint wirklich näher zu sein, hier im Westen – aber das ist natürlich Einbildung!

Und nochmals knapp 200 km „langweiliges“ Land bewältigen wir, ehe wir Cloncurry erreichen. Hier verbringen wir 2 Tage an einem See – mit bestimmt 100 Caravanern der Nomaden-Klasse - und wärmen uns am kühlen Abend mit einem Lagerfeuer, das gehört einfach im Busch dazu und ist immer wieder herrlich. Wir erwandern das Minenloch einer alten Zinnmine – riesige Treppenstufen haben die Bagger hier gebaut. 

Landschaftlich reizvoll war die 100 km lange Strecke von Cloncurry nach Mt. Isa – einer Kohlenstadt mitten im Nichts – denn nach Mt. Isa kommt schon bald das Herz Australiens mit Wüstenlandschaft und wirklich endloser Weite. Die Stadt hat eigentlich nichts zu bieten, also hält es uns nicht lange dort – wir drehen um und ersparen uns den angepriesenen Nachtblick auf die erleuchteten Schornsteine der Kohlenmine.

Die nächsten Tage spulen wir also die Kilometer wieder gen Osten ab – die kleinen Ortschaften versuchen natürlich, die Region für Reisende attraktiv zu gestalten; Dinosaurier-Knochen, Mäusefütterung und Kronosaurier en, Mineralsammlungen, kleine historische Museen…. nichts wie weiter – zum Porcupine – Nationalpark, denn der hat wirklich etwas zu bieten (für uns jedenfalls).

porcupine gorge grillplatz

Einen sehr schön angelegten Campingplatz mit Feuerstellen und eine Schluchtenwanderung. Ein kilometerlanger breiter Canyon teilt das fast ebene Land wie ein riesiger Graben. 150 m tief ist dieser und darin fließt (in der Regenzeit natürlich) ein prall gefüllter Fluß – und jetzt in der Trockenzeit immerhin noch ein Wässerchen, das aber kleine Teiche und Pools füllt, die auch zum Baden locken.

Eine grandiose Landschaft um uns herum – ein schön angelegter Wanderweg mit Serpentinen und etwa 500 Steinstufen führt uns hinab auf glatt gewaschene verschiedenfarbige Felsplatten mit kleinen Tümpellöchern. Eine Gebirgswand teilt die Schlucht und bildet regelrecht eine riesige Pyramide – daher auch der Name des Wanderweges, den wir uns erst gar nicht erklären konnten. Der Weg ist so schön, dass wir ihn am folgenden Tag noch einmal gehen – wie schön, dass wir soviel Zeit haben.

copperfield gorge copperfield gorge 1

 

Des Abends prasselt das Lagerfeuer für eine leckere Pizza und wir bekommen doch tatsächlich Besuch von kleinen Wallabies, die sich an unserer Waschwasserschüssel laben. Sie setzen sich neben uns Stühle und wollen wohl auch noch auf dem Tisch nach Leckereien schauen – es ist gar nicht so leicht, sie zu vertreiben, doch dann hüpfen sie mit lässigen Känguruh-Sprüngen davon. Doch da raschelt es schon wieder hinter uns im Gras – dieses Mal ist es ein Possum – reger Betrieb hier im Dunkeln!

Etwa 200 km sind vor uns – karge Landschaft – platt, eben, öde – am Horizont flimmern ein paar Büsche. Wir kommen uns vor wie auf dem Isselmeer: nach der Ausfahrt aus dem Hafen in Workum schimmert in der Ferne ein paar Bäume von der 20 sm entfernten andern Uferseite – dazwischen nur Wasser …. und hier? Vertrocknetes kaum nutzbares Land.

Da ist es ein Wunder, dass im östlichen Outback 250 Farmen verstreut sind, die 600 000 Rind er züchten. Es ist ein hartes Leben, für die Farmer und die Rinder. Bei den großen Trockenheiten müssen Wasser und Heu gekauft werden – ein Ballen für 200 Dollar. Bei der wöchentlichen Rinderauktion können wir die prächtigen Tiere bestaunen und verfolgen das Bieten der Händler, die alle aussehen wir Cowboys – aber das sind ja hier Stockmen.

Nur ein Zucken der Hand oder vielleicht auch ein Augenaufschlag, schon reagiert der Auktionär und rasselt die Cent wie eine Maschine herunter – und dann hören wir plötzlich „done“ - der Handel ist abgeschlossen.

gefällt mir !
5 von 5 - 12 Bewertungen
Vielen Dank für die Bewertung dieses Beitrags.