Wohnmobil Reisebericht mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand

    Hirtshals und die Fähre nach Kristiansand

    Von Kristiansand nach Mandal

    Den letzten Tag in Dänemark verbringen wir in Hirtshals und spazieren bei herrlich blauem Himmel und einer steifen Brise am Nordseestrand einmal die Dünen hoch zum Leuchtturm.


    Aus rotem Backstein mit holländischen Fliesen wurde er 1863 in Betrieb genommen und seit 1960 ist die Tageskennung ein weißer Turm.

    hirtshals strand 1 hirtshals leuchtturm

    25 Seemeilen ist die Leuchtkraft des mittlerweile autmatischen "Hirtshals Fyr", den wir einmal umrunden.

    hirtshals fyr


    Am nächsten Vormittag geht es zum Fähranleger von Color Line. Es ist immer wieder erfreulich, wie entspannt die Fähren nach Norwegen in Nullkomma Nichts mit Motorrädern, Pkws ohne und mit Wohnwagen, Wohnmobilen und Lkws beladen werden.

    Die "Super Speed 1" bringt uns in gut 3 Stunden übers Meer nach Kristiansand.

    kristiansand in sicht

    Auf der E39 geht es nur 40 km gen Westen - aber davon schon fast 7 km durch 5 Tunnel, wovon der 4 km lange Sogjnetunnel - der längste Tunnel in Südnorwegen ist.

    tunnel e 39

    Wir finden ein schönes Plätzchen bei Mandal und werden vom friedlichen Kuhglockengeläut in den Schlaf gebimmelt.

    halandsheia parkplatz

    Eine kleine Tour "Blaubeerrundweg" läutet die norwegische Wandersaison ein. Herrlich!!

    blabaerpallen weg 1 blabaerpallen weg

    Mandal


     mandal skulptur  kyststien mandal

    Mandal ist die südlichste Stadt Norwegens und hat mit dem Sjosanden den längsten Strand Südnorwegens mit fast 1 km. Im Sommer "hoffnungslos" überlaufen, bietet er heute ein fast verlassenes friedliches Bild.

    mandel sjosanden

    Die bewaldete Felsenecke Furulunden ist durchzogen von Wanderpfaden - und so gelangen wir zum Aussichtspunkt Loshola mit einer tollen Aussicht auf Mandal, die Küste und die vorgelagerten Schäreninselchen.

    wohnmobil reisebericht hirtshals-kristiansand-mandal

    Der Name bedeutet wörtlich „Lotsenhöhle“ und erinnert an die Geschichte der Stadt, als Lotsen von diesem erhöhten Punkt aus nach ankommenden Schiffen Ausschau hielten.

    mandel aussichtspunkt loshola 1


    Loshola

    Zu diesem Platz gibt es auch eine Infotafel mit interessanten Details zu diesem Ausguck und zur Geschichte

    Die ständigen Bewohner dieser Gegend stellten womöglich jenen Teil der norwegischen Bevölkerung dar, der den intensivsten Kontakt zum Ausland pflegte – viele junge Männer ließen sich anheuern und fuhren zur See; die Inseln entwickelten sich so zum Einfallstor für kulturelle Impulse von außen. Gerieten die Schiffe in Gegenwind, war es zwecklos, sich stur dagegenzustemmen und anzukämpfen. Stattdessen suchten sie lieber einen geschützten Hafen auf, um dort beizuliegen und auf günstigeres Wetter zu warten. Ab den 1720er Jahren etablierte sich ein staatliches Lotsenwesen; gleichzeitig jedoch blieb die Möglichkeit bestehen, dass auch ortskundige Privatpersonen Schiffe in den nächstgelegenen Hafen geleiteten.

    mandel aussichtspunkt loshola info

    Der Wettbewerb um diese Aufträge nahm zu:. Es galt, einen Lotsenauftrag rasch an sich zu binden, ehe ein anderer ihn sich schnappte. Es wurde entscheidend wichtig zu wissen, wie weit draußen auf See sich die Schiffe befanden; die Lotsen hielten daher Ausschau nach den höchsten Bergen der Umgebung – wie etwa dem „Loshola“ –, um von dort aus die Schiffsmasten zu erspähen und zu beobachten, wie diese über dem Horizont emporstiegen. Wer es geschickt anstellte, konnte mit 40 bis 50 Lotsenaufträgen pro Jahr – zumindest in den 1860er Jahren – ein durchaus ansehnliches Einkommen erzielen. Der Lotsenberuf war jedoch riskant - viele kamen ums Leben, wenn ihr Boot auf offener See volllief und kenterte. Allein in Uthaven bei Svinør, westlich von Mandal, lebten im Jahr 1802 vierzehn Witwen von Lotsen, die insgesamt 36 Kinder zu versorgen hatten.

    Wenn der Lotse bei stürmischem Wetter zu einem Schiff hinausfuhr, musste er oft mittels eines Seils, das ihm um die Taille gebunden war, an Bord gehievt werden. Dabei war er stets auf einen Bootsführer angewiesen, der sein Boot anschließend sicher nach Hause zurückbringen konnte. Häufig handelte es sich dabei um einen Jungen – vielleicht zehn bis zwölf Jahre alt, vorzugsweise den eigenen Sohn –, der nun versuchen musste, das Boot durch die gefährliche Brandung zurück an Land zu manövrieren. Dabei kam es immer wieder zu tragischen Unglücksfällen.