Ramatuelle an der Cote d'Azur

Coronavirus und Frühling an der Cote d'Azur

Wir bleiben zuhause im Wohnmobilcamp am Strand von Pampelones in Ramatuelle

Unfreiwillig sind wir nun schon im März an der Cote d'Azur. Wie auf der ganzen Welt, wird auch unser Leben durch das Coronavirus beherrscht.

flughafen amsterdamDa Anke unbedingt zu ihrer kranken Mutter nach Deutschland möchte, fliegt sie am Freitag ab Nizza und kommt am Dienstag wegen Corona Flug- und Reisebeschränkungen verfrüht zurück. Lufthansa Flüge sind gecancelt - Air France fliegt noch nach Nizza – aber dann kommt auch diese Meldung – Flug annulliert. Zum Glück hat die Air Franceaber ihren gecancelten Flug auf KLM umbuchen können, also über Amsterdam nach Nizza – besser als über Paris mit Flughafentransfer vom Charles de Gaulle Airport nach Orly. Der Flughafen in München ist fast menschenleer, nur einige Fluggäste an den Gates und das Flugzeug nach Amsterdam ist nur etwa zu einem 1/3 besetzt..Amsterdam – Shiphol Airport eine Drehscheibe für Flüge in alle Welt ist noch sehr belebt.  Zum ersten Mal schützt Anke sich mit einer Atemschutzmaske. Noch hat sie ein bisschen Herzklopfen, ob der Flug nach Nizza bedient wird oder nicht. Ja – er wird aufgerufen! Der Flug nach Nizza ist nahezu komplett ausgebucht.

Günther hat währenddessen die Stellung gehalten und zum Glück einen Waschsalon gefunden – 1 Tag vor Schließung aller Geschäfte, denn nach Italien beschränkt auch Frankreich die Öffnung von Geschäften nur noch auf lebensnotwendige wie Apotheken und Supermärkte. Eine Schlange von Kaufwilligen vor dem Supermarkt – alle halten Abstand und die Kunden werden nur einzeln ins Geschäft gelassen. Günther füllt seine Tragetasche mit allerlei Notwendigem und füllt unseren Kühlschrank für die nächsten Tage.

supermarkt nizza supemarkt einkauf nizza

Am Donnerstag machen wir uns auf die Reise mit Zielwunsch: schöner Stell- oder Campingplatz für die angesagte Zeit von 2 Wochen Ausgangssperre, von der wir erwarten, dass sie sicher noch mehrere Wochen (wenn nicht sogar Monate) andauern wird.

Auf der Halbinsel Camaret liegt St. Tropez und nebenan im spärlich bewohnten Ramatuelle lockt ein Stellplatz am Meer im Grünen. Auf dem Weg dorthin passieren wir eine Wohmobilsiedlung in St. Maxime, direkt am Kreisverkehr in der Stadt. Ohje dort eingeschlossen zu sein im Lärm in der Stadt ist nichs für uns doch der Platz ist mit 20 Wohnmobilen dicht besetzt. Also weiterfahren:  Am Plage Pampelonne liegt der Wohnmobilplatz in der Natur – perfekt – das haben auch schon andere gedacht – wir suchen uns ein Plätzchen auf dem geräumigen Gelände und freuen uns über das schöne Ambiente.

Am Freitag nach dem Frühstück sehen wir plötzlich die Polizei aufmarschieren. 2 Beamte mit Mundschutz klopfen an jedes Womo und erklären, dass der Platz am Nachmittag geschlossen werde und ein weiterer Aufenthalt nicht gestattet sei. Ups!


Was nun? Mal schauen, was die anderen dazu sagen – vor allem die Franzosen. Da finden heftige Debatten mit der Polizei statt – Anke versteht sie zum großen Teil: die Franzosen leben in ihren Wohnmobilen und eine Reise sei ja staatlich unterbunden, also sei es widerrechtlich, sie auf die Straße zu schicken. Ein langes hin und her – es wird viel telefoniert und: wir können alle bleiben. Der Zugang zum Campinggelände wird verschlossen – keiner rein und keiner raus – das ist die Bedingung.

Einige deutsche und französische Wohnmobile auf Urlaubsreise verlassen sofort den Platz, bevor die Ausfahrt verbarrikadiert wird.

Gefangen im Paradies (?) zusammen mit einer Gruppe von Wohnmobilen

4 x Deutschland
1 x Italien
1 x Spanien
1 x Irland
3 x Frankreich

Behördliche Auflagen wegen des Coronavirus

ab 16.3.2020:
Mit schriftlicher Bescheinigung ist uns gestattet

- der Ausgang zum Einkaufen von Lebensmitteln oder zur Apotheke
- der Ausgang zum Arzt
- zur Arbeit – trifft für 1 Franzosen zu, der seit Dezember in Port Grimauld arbeitet
- der Ausgang zur physikalischen individuellen Betätigung 

Okay, damit können wir leben, denn eigentlich wollten wir das ja auch und uns möglichst fern von Siedlungen für einige Zeit einigeln in der Hoffnung, dass die Coronavirus-Epidemie an uns vorüberzieht bzw. uns erst erwischt, wenn die Krankenhäuser nicht mehr überlastet sind, falls auch wir ernstlich erkranken. Kein früher Kontakt und keine frühe Ansteckung schafft Zeit für das Krankenhaussystem …. Bei der rasanten Ausbreitung des Virus sind keine Vorhersagen möglich - also hoffen wir auf Glück und setzen auf Geduld - gesund bleiben ist das Wichtigste.

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