Girrawen Baldrock NP Queensland

Wanderungen durch den Girrawen NP Queensland und  Bald Rock NP New South Wales

 Mit dem Wohnmobil zum Wandern im Giraween und Bald Rock NP -Queensland und New South Wales

Jetzt geht es los... Wanderschuhe schnüren und auf den Pyramiden-Gipfel. So heißt der Kletterberg

der vor uns liegt im Girrawen Nationalpark im Granit Belt. Die Bilder aus den Tourismus-Broschüren lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen – das muß ja ganz toll werden!

Und so ist auch die Wirklichkeit. Nach einem gemütlichen Schlenderspaziergang über ein Felsplateau und durch einen üppigen Eukalyptuswald, wird des langsam aber sicher ein bisschen anspruchsvoller. Aus kleinen Felsbrocken geformte Treppenstufen klettern den Hang hinauf, der aber sein Ziel geschickt verbirgt. Nach

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einer Wegbiegung sehen wir ihn dann vor uns: eine einfache Felsenplatte im Winkel von weiß nicht wieviel Grad führt ins Blaue nach oben.

Da sollen wir raufgehen? Wie soll das denn gehen? Da sind ja gar keine Stufen oder Bäume zum festhalten, nur diese grauen Felsenplatte und weiter oben eine Felsspalte und große Einzelknubbel. Aber dort, sieh mal, da sind weiße Punkte, die sich den Berg hinauf schlängeln – ist das der Weg? Versuchen wir es halt einmal! Und es ist einfacher, als erwartet. Der Granit ist rutschfest und bietet absolut sicheres Gehgefühl. Keine Sekunde Unsicherheit, nur dann, wenn es extrem steil wird, bücke ich mich und laufen auf allen Vieren. Doch sobald diese Extremsteigung überwunden ist, richte ich mich auf und laufe einfach weiter. Natürlich

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nicht, ohne immer wieder anzuhalten und hinter mich zu schauen – boh, von da unten kommen wir her? Das ist ja cool! 

Wie die Bergziegen erklettern wir ganz einfach die Strecke bis zum Gipfel, um einige dicke Bollermänner herum und dann stehen wir oben und die Welt liegt uns zu Füßen – und neben uns scheint ein riesiges Ei aus Felsgestein sein Gleichgewicht auszuprobieren.

Der Girrawen-Nationalpark hat noch ein solches Gesteinswunder für uns: Der Castle Rock sieht wirklich von Ferne betrachtet aus wie eine Felsenburg. Auch sie wird von uns auf beschriebene Art erklettert – das macht wirklich Spaß und ist ganz einfach.

12 km Luftlinie aber 60 Fahrkilometer entfernt lockt der Bald Rock – ein balancierendes Felsenei, das auf jedem Prospekt der NSW Nationalparks prankt. Hier ist ebenfalls erst eine gewaltige Granitplatte im Winkel von 45 bis 50 Grad Winkel zu erklimmen, dann geht es um einige dicke Felsbrocken herum ehe die Platte des „tanzenden Felsens“ erreicht wird. Sieht wirklich witzig aus wie er da so auf der schrägen Felsplatte liegt – wackelt er auch nicht?

Zum nächsten Wanderhighlight – dem Cathedral Rock – sind es schlappe 250 km – eigentlich typisch für Australien. Zwischendurch besuchen wir die für ihre Parks berühmte Stadt Toowomba und erfreuen uns am botanischen Garten. Dann geht es über eine gut ausgebaute aber irgendwie huckelige Nebenstrecke etwa 80 km zum Zwischen-Ziel. Der Ebor-Wasserfall stürzt sich in 2 Stufen malerisch die urigen Felsen hinab – nur ein kleiner Spaziergang bis dorthin vom Sportplatz, an dem wir campen.

klettern 3Nach noch einmal kurzen 20 km asphaltierte Straße geht es zum eigentlich Ziel – dem Eingang des Nationalparks. 15 km Schotterpiste mit höllischen Löchern – richtige Achsenbrecher. Günther kurvt etwas genervt drumherum – linksrum, rechtsrum, bums...3 Känguruhs mögen uns nicht begleiten, sondern jagen – ebenfalls genervt – am dichten Zaun entlang, mit feinen Maschen versehen, können sie nicht auf die saftigen Wiesen hüpfen – zum Freude der Farmer. Schließlich kurvt Günther über einen engen Pfad durch die Schlaglöcher auf den Campingground – eine Feuerstelle mit Feuerholz liegt als Belohnung bereit. Die wird dann auch am Abend befeuert – heute gibt es es „europäische Bratwürstchen mit Sauerkraut und Paulaner Bier“ vom Aldi -mmhh lecker!

„Der Wanderweg – Schwierigkeitsgrad 4 - 4.2km - zum Cathedral Rock ist am einfachsten vom Campingplatz Barokee zu erreichen. Folge der Ausschilderung am besten im Uhrzeigersinn auf einem leicht ansteigenden Pfad durch subalpinen Wald zum Bergeinstieg und gehe dann weiter durch ein geschütztes Tal mit gigantischen Eukalyptusbäumen zum Ausgangspunkt.“

Diese Beschreibung lässt aber nicht die Nerven kitzeln, sondern der „kleine Abstecher“:

Cathedral Rock Aufstieg – Schwierigkeitsgrad 5 - 1 km hin und zurück zum Rundwanderweg.

Kletter hinauf zum Cathedral Rock, um auf einem natürlichen Thron, gestützt auf 200 m aufeinandergeschichteten und gestapelten Felsen zu sitzen – und überblicke Dein Königreich. Ganz in der Nähe siehst Du den 1584 m hohen Round Mountain, den höchsten Berg des Nördlichen Tafellandes. „Rock hopping“ - Du musst über mächtige Felsbrocken kraxeln und schließlich breitbeinig Felsspalten überwinden, um mit Hilfe einer Kette den Gipfel zu erreichen. 

Oh, das ist etwas für meine kleine Bergziege, höre ich Günther lästern, als ich ihm die Beschreibung vorlese – also nichts wie hin! 

Und die verlockende Darstellung ist nicht untertrieben. Durch Felsspalten hinaufhangeln, Durchgänge durchklettern und in Grätsche große Abstände überbrücken, dicke runde Felsquader liegen aneinander und aufeinander, wir erklimmen sie mit Bravour – und erkraxeln den Gipfel mit dem davorplatzierten letzten große Hindernis wirklich mit Kettenhilfe - Wouh!!

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