Wollomombi Gorge „New England“

Wanderungen im Wollomombi Gorge „New England“ und Warrumbungle Nationalpark NSW

Mit dem Wohnmobil zum Nationalpark Wollomombi Gorge und Warrumbungle in New South Wales

Nach unseren ersten Monaten in Queensland sind wir ja nun mittlerweile im Bundesstaat New South Wales – und sind von der bergigen Hügelkette, die die dicht besiedelte Küstenregion vom heißen Kern trennt - der Dividing Range - echt begeistert.

Es sind ja nicht unbedingt hohe Berge aber die hügelige Landschaft mit sanft grünen Wiesen ist eine Wohltat fürs Auge. Wir reisen sozusagen auf einer Hochebene durch „Neu-England“ auf etwa 1000 Höhenmetern und erreichen den Wollomombi NP auf dem sog. Wasserfallweg. 

„Wenn Du Dich gern wir ein König in Deiner Burg fühlen möchtest, dann versäume auf kleinen Fall den dramatischen Aussichtspunkt in der Wollomombi Schlucht, wo sich der Wollomombi und der Chandler River mit einem enormen Sprung in die Tiefe stürzen „ - Wer kann einer solchen Beschreibung schon widerstehen?

Ganz nah bei ist der Campingplatz, von dem aus die gut ausgebauten Wanderwege um die Schluchten starten. Diverse Plattformen geben atemberaubende Aussichten auf diesen etwa 200 m tiefen Schluchtenverlauf, der sich vor einem auftut, wie der Weg in die Hölle. Das Land ist einfach durch diesen Graben durchteilt. Sanfte parkähnliche Wiesen-Hügellandschaft wird plötzlich durch diesen Riß in der Welt geteilt. Unwillkürlich halte ich bei Beschreiten einer Aussichtsplattform die Luft an als würde mir schwindelig. Ich greife zum Geländer und gucke staunend in die Tiefe. Jetzt in der Trockenzeit sind die Wasserfälle nicht spektakulär, aber die Landschaft ist es allemal.

Abends prasselt das Lagerfeuer, lecker Steak und Fladenbrot zaubert die orang-rot glühende Glut – und wärmt uns zudem, denn kaum ist die Sonne untergegangen, fällt die Temperatur und wir rücken näher ans Feuer.

landscape

Warrumbungle Nationalpark NSW

Schon um 6 Uhr werden wir von kreischenden Kakadus geweckt. Ringsherum in den Bäumen sitzen die weissen Papageienvögel und krakelen um die Wette. Verschlafen blinzeln wir aus dem Fenster auf die Wiese und entdecken ein e 14 köpfige Schar grasender Känguruhs. Seelenruhig rupfen sie kleine Grashälmchen, richten sich hin und wieder auf, um sich ausgiebig zu kratzen oder legen sich langsam auf die Seite und schauen sich ein wenig um. Da watscheln 4 Enten aus dem kleinen Bach heran, einige Krähen und Macpies durchfliegen das Gelände imTiefflug – der Tag beginnt.

lookout

Schon auf dem Weg zum Camp Wambelung im Warrumbungle NP sind wir von der Landschaft begeistert. Waldige Hügel werden von schroffen rötlichbraunen Felsspitzen unterschiedlicher Form gekrönt. Mal sanft abgerundet, mal schroff und steil hinaufragend – das ist bestimmt das „Brotmesser“ -Breadknife – das Wahrzeichen dieses Nationalparks. Die asphaltierte Straße schlängelt sich langsam bergauf.

koala auf einem baum2013 wurde ein Großteil des Eukalyptuswaldes von einem Buschfeuer vernichtet – daher die Szenerie schwarzer blattloser toter – mahnend in den Himmel aufragender Baumstämme. Wir fahren eine Bergkuppe hinauf und was sehen meine Augen? Dort ist ein Knubbel im skelettartigen Baum – das ist ein Koala!!! Stop, schnell anhalten – schau mal dort – ein Koala, einfach so, nicht im Zoo!!

Wir können unser Glück kaum fassen – einen Koala in freier Wildnis zu sehen gleicht fast einem Lottogewinn. Schnell streifen wir unsere Wanderschuhe über und klettern die steile Straßenböschung hinauf, durchklettern einen Stacheldrahtzaun und stehen nach einigen Metern direkt am Koala unterm Baum. Der lässt sich von uns nicht groß stören, er schläft aber zum Glück nicht - vielleicht, weil er sich bei dem heftigen Wind, der sein Bäumchen sanft hin und her wiegen lässt, doch ein wenig fest halten muß. Er bewegt in Zeitlupentempo seinen Kopf – aber nur ein wenig – um uns in die Augen zu schauen. Glotzt ein wenig mit seinen schwarzen Knopfaugen zu uns hinunter und dreht sich dann beruhigt wieder ab, um in die Ferne zu schauen. Immer, wenn ich nun an Koalas denke, werde ich diesen Erlebnis vor Augen haben – im blattlosen verbrannten Wald ein hellgraues puscheliges Bärchen mit Segelohren!

Segelohren haben auch die Känguruhs, die immer wie erstarrte Häschen ihre Körper recken, um zu schauen, wer da wohl des Weges längs stampft. Nun ja, leisen auftreten können wir hier nicht, lose Blätter und allerlei Steinzeug knirscht unter den Wanderschuhen auf dem Split-Rock-Rundwanderweg. Er führt uns langsam aber sicher immer weiter hinauf – insgesamt 324 Höhenmeter werden wir bewältigen, ehe wir uns an dem herrlichen Ausblick ergötzen können. Aber schon auf dem Weg zum Gipfel - (den wir aber doch nicht gänzlich erkkrabbeln – sieht mehr für echte Bergkletter aus mit Stahlösen zum Einhaken ) - haben wir herrliche Ausblicke auf die steilen schroffen Berghänge um uns herum.

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