Krokodile in Queensland hautnah   

Krokodile in Hartleys Adventures Park - Tiere Australiens hautnah erleben

Reisebericht unserer Wohnmobilreise durch Queensland zu den Krokodilen

In Australien leben etwa 675 Reptilienarten – die bekanntesten sind das große Leistenkrokodil oder „Saltie“, wie es in Down under verharmlosend genannt wird und die für den Menschen meist ungefährlichte Gattung der Süsswasserkrokodile „Freshies“.

Generell muß im gesamten tropischen Norden Queenslands und in allen Flußläufen von einer latenten Krokodilgefahr ausgegangen werden.

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Daher stehen an Stränden und Flußmündungen und auch unterwegs auf dem Lande immer wieder die Warnschilder. Nicht schwimmen, nicht durchs Wasser waten, campen in mind. 50 m Entfernung und 2 m über der Hochwassermarke, Autos mind. 10 m entfernt parken und und und... Die Beschriftung ist sogar in Deutsch: Achtung!

Da wir ja diese netten Wesen eigentlich nicht in freier Natur erleben möchten, suchen wir uns eine Möglichkeit, diesen Viechern trotzdem näher zu kommen. Da bieten sich Flußfahrten oder der Besuch von Hartley's Crocodile Adventure Parks an.

Der Park ist ein 10 Hektar großes, liebevoll in jahrelanger Arbeit angelegtes Gebiet, in dem heimische Tierarten großgezogen oder auch vor dem „Todesschuß“ bewahrt werden. Eine mit Booten befahrbare Lagune ist Heimat von 120 Süß- und Salzwasserkrokodilen und 2.1 km Spazierwege führen durch 5 verschiedene Zonen dieses Wildparks. Und schön ist es auch, daß man den Park mit einer Eintrittkarte 2 mal besuchen kann.

Nach unserem Besuch müssen wir der Werbebroschüre wirklich recht geben, hier ist zweifellos der beste Ort, um Krokodile und einheimische Wildtiere in Nord Queensland zu erleben. Den ganzen Tag über bieten Wildtierpfleger eine Reihe von lehrreichen Aktivitäten. Vorführungen, Lehrpfade mit Informationstafeln und eine Bootstour runden das Erlebnis ab.

Als wir schon vor 9 Uhr am Park eintreffen, ehalten wir eine ausführliche Broschüre und gleich unsere Boots-Fahrkarte. Und schon geht es los:

Mit einem sicherheitsverglasten Boot gondeln wir langsam durch die Lagune. Und schon sehen wir große und kleine Krokodile friedlich in der Sonne dösen. Manchmal klappen sie ein Auge auf oder erstarren mit geöffnetem Maul und schlafen einfach weiter. Schlafen sie wirklich oder tun sie nur so? Da – im braunen Lagunenwasser gucken 2 Augen aus einem Stück verwittertem Holz – nein, das ist kein Holz!

 

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Der Bootsführer demonstriert uns die Schnelligkeit dieser Reptilien: an einer langen Stange ist am Ende ein halbes Hähnchen gebunden, diese Stange hält er nun hinaus aufs Wasser und schwups springt ein pfeilschnelles Kroko aus dem Wasser – aber der Bootsführer hat ja damit gerechnet und zieht blitzschnell den Köder zurück und mit einem hohl klingenden Klappgeräusch schnappt das Maul leer wieder zu und das Krokodil taucht unter Wasser und ist verschwunden. Nichts in mehr zu sehen von diesem Ungetüm im undurchsichtigen braunen Lagunenwasser. 

Besondere Exemplare werden gesondert gehalten, da sie oft auch ihre eigene Gattung nicht leiden könenn. Im Gehege liegt dösend „Paul“ - ein etwa 60 Jahre altes Reptil mit 750 kg Gewicht und einer Länge von 4.90 m. Paul frisst fing am liebsten Hunde oder schnappte und erwischte Rinder bzw. deren Köpfe, wenn diese am Fluß Wasser tranken. Statt es zu erschießen, darf es jetzt hier im Park weiterleben. Immer wieder werden diese gefährlichen Krokos gefangen, wenn sie in bewohnten Gebieten ihr Unwesen treiben. Sie können so um die 100 Jahre alt werden.

Aber schon ist Zeit für die Krokodilfüttung und wir erhalten eine tolle Demonstration – zum einen schleichen sie sich aus dem Wasser an eine Beute und springen dann blitzschnell zum dargebotenen Huhn „an der Stange“ - oder sie schnellen aus dem Wasser – unglaublich, wie schnell sich diese Salzwasserkrokodile bewegen können.

 

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 Was tun, wenn Du ein Krokodil siehst – ist eine Zuschauerfrage – so schnell wie möglich wegrennen, nicht zickzack oder im Kreis – nein geradeaus – Krokos können an Land 8-10 km/h schnell laufen – also auch hier nichts wie weg!

Nach der Krokofütterung werden die Kasuaren gefüttert. Was ist denn das für ein Tier? Das sind vom Aussterben bedrohte Regenwaldvögel, aber nichts kleines – nein, sie ähneln eher den Emus und sind etwa 1.50 m groß und stolzieren gemächlich am Zaun entlang und warten auf leckeres Obst, mit denen die Besucher sie füttern dürfen. Imposante Erscheinungen mit schwarz-braunem Gefieder und einem blau gefärbtem Hals, rot abgesetzt und einem „Helm“ auf dem Kopf. In Australien sind nur noch etwa 1000 Exemplare im Norden von Queensland beheimatet.

Während ich jetzt diesen kleinen Bericht schreibe, werde ich von 15 Rindern besucht, die hier auf dem Farm-Camping-Gelände grasen. Prächtig und gesund sehen sie aus – eher wie Zebus aus Indien, weil sie auch noch so eine hellbeige-graue Farbe haben.

Aber zurück zum Abenteuer-Park: Nun wollen wir doch endlich auch Känguruhs sehen – schließlich ist das auch ein Wappentier Australiens – und Wombats oder Koalas. Ja, das gibt es hier auch im Programm – toll, die Känguruhs hüpfen einfach um uns herum und Günther füttert sie sogar. Ein Wombat trollt durch sein Gehege und die Koalas? Die schlafen auf ihren Bäumen – nein, guck mal, der bewegt sich doch!

 

kaenguruh hartley koala hartle

 

Später entdecken auch die „niedlichen“ Süßwasserkrokodile, die eine galantere Erscheinung als ihre Salzwassergefährten haben – auch sie liegen gern in der Sonne, wie wir beobachten können. Wenn man lange genug wartet, bewegen sie sich dann auch vielleicht ein bißchen, blinzeln oder gähnen – lustig anzusehen, so hinter dem sicheren Zaun. Das Eingangsbild dieses Reiseberichtes zeigt das lächelnde Süßwasserkrokodil.

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