Embalse de la Rambla de Algeciras

Embalse de la Rambla de Algeciras - ein türkisfarbener Stausee in der Wüste

Mondlandschaft am Embalse de la Rambla de Algeciras

Ein breiter Weg führt etwa zwei Kilometer zum Mirador de Gebas auf einen Berg mit einer sensationellen Aussicht auf die „Mondlandschaft“ und zum Stausee. Ganz in der Nähe des leuchtenden Gewässers liegt der Mirador der Embalse de la Rambla de Algeciras - da nehmen wir für die 10 km Entfernung unserer Fahrräder.

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Unser Fußmarsch beginnt wieder am Wohnmobil Parkplatz an der Einsiedelei von Gebas am Friedhof vorbei und erreicht das Herz des Ödlandes auf einer bequemen Route – das Panorama ist wahrhaftig sehenswert – und ein kompletter Kontrast zu den grünen Pinienbewaldeten Bergen der Sierra Espuna im Nordwesten hinter uns.

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Die Region um Gebas hat eine Umwelt mit extremen Bedingungen. In diesem Land der kalk- und lehmigen Böden, die sich im Takt von Wind und Wasser verwandeln, hat die Erosion einzigartige Formen erschaffen.

In den Barrancos de Gebas, diesem riesigen Halbwüstengebiet, glitzert türkisfarben der Algeciras-Stausee. Der westliche Teil der Sierra Espuna wird beherrscht vom Ödland, ein Schauplatz von trockenem Land voller Schluchten, so dass es sich in ein Labyrinth ohne Ausweg zu verwandeln scheint.

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Mehrere Rinnen verlaufen oft parallel und bilden Rillen aufgrund von Regenwasserstraßen mit langen Furchen und scharfen Kanten. Manche tiefe Spalten scheinen fast als senkrechte Wänden in das Sedimentland gegraben.

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Schichten von Kalk- und Sandstein sind mit mit bloßem Auge erkennbar ist. Es sei die geringe Verdichtung dieser Materialien, dass sie leicht durch Regen, Wasser und Wind transportiert werden können und dieses intensive Relief durch die Erosion entstehen lässt. Hoch oben vom Mirador Barrancos de Gebas leuchtet  in 4 km Entfernung den Stausee.

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Embalse de la Rambla de Algeciras

Eine schöne Fahrradtour bringt uns zum Mirador Embalse de la Rambla de Algeciras über eine geteerte, für den Durchgangsverkehr gesperrte Nebenstraße  durch lichten Pinienwald. Bald wird die Landschaft karger und wir erreichen den Tajo-Segura-Kanal, der auch den Stausee speist. Schon 1974 entwarfen Ingenieure „Pläne zur Verteidigung gegen Überschwemmungen im Segura-Becken", doch es sollte 20 Jahre dauern, bis der Bau der Staumauern mit einer Länge von 600 m und 70 m Höhe in Angriff genommen wurde.

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Der Stausee bedeckt eine Fläche von 44 qkm und beinhaltet ein Fassungsvermögen bis zu 46 Millionen m³.  Der weitere Grund für den Bau des Stausees ist die Lagerung für den Tajo-Segura-Transfer aus Kastilien-La Mancha. Zur Zeit ist der See aber nur zu einem Viertel gefüllt, wie wir den Daten von CHS entnehmen können. 

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traverseDer 280 km lange Tajo-Segura-Kanal mit zahlreichen Aquädukten und Tunneln ist das bisher größte Wasserbauprojekt in Spanien und sollte seit 1976 das Wasserangebot an Spaniens Südostküste in der Region Murcia erhöhen, doch hat der Wasserverlust für den Norden dort  zu sehr vielen Problemen geführt. Der längste Fluss der Iberischen Halbinsel - der Tajo - ist von Wassermangel bedroht. Aber nicht, weil es zu wenig geregnet hat, sondern weil die Behörden Misswirtschaft mit dem Fluss betreiben und zu viel Wasser ableiten. Dieses fließt in die Provinz Murcia, wo riesige Felder mit Zitrusfrüchten, Pfirsichen, Aprikosen und Gewächshäuser mit Gemüse für ganz Europa bewässert werden.

Doch das ganze ist mittlerweile ein Fiasko: Landwirte in Murcia haben seit der besseren Bewässerungsmöglichkeiten vor Jahren expandiert. Und weil die Preise ihrer Produkte immer weiter gesunken sind, benötigen die Bauern mehr Fläche, um vom Obst und Gemüse leben zu können. Aber gleichzeitig sind auch die Niederschläge zurückgegangen und die Wasserlieferung aus dem Norden wird durch die Behörden zeitweise drastisch reduziert oder zeitweise gar ganz ausgesetzt.


Radtour Trackdaten: 21 km, Min Höhe 326 m, Max. Höhe 456 m

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