Die Kauris von Waipoua

TANE Mahuta - Kauri Bäume von Waipoua

Te Matua Nghare - Der Vater des Waldes - Gigantischer Kauribaum in Neuseeland

Bereits die Fahrt an der Westküste der Nordinsel zu den Kauri-Wäldern ist atemberaubend. Die kurvige Straße führt durch beinah tropisch anmutendenden undurchdringlichen neuseeländischen Busch.

Es gibt einige schön angelegte Wege durch die Wäldern, die an den bekanntesten noch existierenden Kauris vorbeiführen - und diese sind unsere heutiges Ziel. 

Die Kauri-Bäume sind die 2. größte Baumart der Welt. Heute gibt es nur noch wenige dieser Art, die vor allem in den Kauri-Wäldern von Waipoua und Trounson auf der Nordinsel Neuseelands zu finden sind. Einst war die Nordinsel zum großen Teil damit bedeckt. Für die Maori war das Fällen dieser riesigen Bäume mit ihren einfachen Werkzeugen sehr schwierig.

Das sehr harzreiche und stark duftende Holz haben sie zum Bau ihrer langen Kriegskanus verwendet. Ein solches haben wir übrigens in Waitangi gesehen - ist es 35 lang und wurde aus 2 Kauribäumen gebaut. Einmal im Jahr - am 6. Februar - am Waitangi-Tag zum Gedenken an die 1840, an dem ca. 50 in Waitangi versammelte Maori-Häuptlinge den Vetrag - die sog. "Geburtsurkunde Neuseeland" unterzeichneten.

Das Harz wurde zu religiösen Anlässen verbrannt und Weihrauch. Auch wurde es gekaut, beim Fischfang verwendet und als Fackeln. Die Kauri-Bäume wurden von den Maori nur nach sehr feierlicher Zeremonie und mit einfachsten Werkzeugen aus Stein gefällt. Ein Raubbau, wie später von den Europäern betrieben werden sollte, war somit ausgeschlossen.

kauriwald-neuseeland

Die Europäer brachten Ochsenwagen, Metallwerkzeuge und Räder - und bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatten sie fast den ganzen Kauri-Bestand gefällt. Die jungen Bäume eigneten sich hervorragend für die Masten der Segelschiffe. Das leicht zu bearbeitende Holz wurde von Schiffbauern und Möbeltischlern geschätzt.

Ganze Heerscharen von Einwanderern waren damit beschäftigt, die Baumriesen zu fällen und die Landschaft auf der Suche nach fossilen, bernsteinähnlichen Kauriharzen förmlich umzupflügen. War erst einmal alles abgeholzt, kamen die "gumdigger", die das Harz sammelten, das für Möbelpolitur, Zahnprothesen, Linoleum oder wertvolle Bucheinbände exportiert wurde.

Von einst weit mehr als 1 Million Hektar sind heute nur noch 150 Hektar Kauriwaldbestand zu finden!

"Te Matua Nghare" - Vater des Waldes - still und andächtig betrachten wir den mächtigen Kauri-Riesen. Von der Straße aus sind wir etwa 15 Minuten auf einem schönen Wanderpfad mitten in das dschungelartige Dickicht gewandert - und staunen nun über diesen Giganten mit einem Umfang von 16 m und einer Höhe von 30 m. Schnurgerade ist der dicke mächtige Stamm gewachsen bevor er in eine ausladenden Baumkrone verzweigt.

Einige Minuten weiter zeigen sich "4 Schwestern", 4 in etwa gleich hohe 200 bis 500 Jahre alte Bäume, die eng beieinanderstehen. Sie sind dagegen "schlank" doch das täuscht, wenn man sieht, wie klein Menschenkinder daneben wirken.

kauribaum

Auf den verschlungenen Wegen sieht man mehr oder weniger dicke oder riesig dicke Stämme - alle miteinander beeindruckend im grünen Dickicht von Baumfarnen, Palmgewächsen, Laub- und Nadelbäumen, Schlingpflanzen, Moosen und Sukkulenten - hier ist es tropisch feucht und alles wächst unter- und übereinander. Auffallend für uns ist, dass man relativ wenige Vogelstimmen hört im Gegensatz zu den bereits erwanderten Wäldern an der Bay of Island an der Ostküste.

Der "Lord der Kauri-Wälder- TANE Mahuta" ist nur ein paar Autominuten von hier entfernt. Er ist der größte bekannte Kauri Baum der Welt mit seinem Stammumfang von 13,8 m und einer Gesamthöhe von ca. 50 m - sein geschätztes Alter ist 2000 Jahre!

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