Marzamemi

Fischerdorf an der Südostküste von Sizilien - Marzamemi

Thunfisch Bottarga und Meer in Marzamemi

Der alte Dorfplatz des kleinen Fischerdörfchen Marzamemi glänzt in der Sonne. Leider sind alle Lokale wegen des Corona-Lockdowns "Orange" für Sizilien geschlossen.

Wir übernachten mit unserem Wohnmobil ein paar Meter von der Altstadt entfernt direkt am Meer. Den vielen großen Parkplätzen des Ortes nach zu urteilen, ist er im Sommer von Besuchern überflutet. Im Moment liegt Marzamemi mit seinen 250 Einwohnern im Winterschlaf.

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Marzamemi ist wirklich ein faszinierendes kleines Fischerstädtchen an der sizilianischen Ostküste. Der Ort selbst besteht aus niedrigen, aus dem hiesigen Sandstein errichteten Fischerhäuschen für die Arbeiter der Tonnara, die um die typisch sizilianische, quadratische Piazza Margherita herum gebaut sind.

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Umspült vom Ionischen Meer, das in leuchtenden Türkis- und Blautönen schimmert, haben sich hier an der Küste zwei kleine natürliche Häfen namens „Fossa“ und „Balata“ gebildet, in denen die typischen bunten Boote der sizilianischen Fischer schaukeln. Von dem Hafen „Balata“ aus sieht man das berühmte, viel fotografierte Inselchen Isolotto Brancati mit seinem roten Haus direkt am Meer.

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Marzamemi entwickelte sich um die berühmte alte Tonnara di Marzamemi - Thunfischfabrik - sie stammt aus der Zeit der spanischen Herrschaft in Sizilien im Jahr 1600. Die guten Zeiten der Fischer und des Thunfischfanges sind schon lange vorüber, doch die Tradition der Thunfischverarbeitung wird u.a. von der Familie Campisi hochgehalten. Durch ein geöffnetes Tor sehen wir allerlei Konserven und Gläser, Thunfisch-Trophäen hängen an der Decke und eine alte Maschine zum Konserven verschließen. 

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Die Verarbeitung von Fisch hört bei Campisi nicht mit der Konservenherstellung auf, sondern setzt sich mit der Umwandlung und Herstellung einiger Spezialitäten fort wie der Thunfisch Bottarga: getrocknetem Fischrogen. Nach dem Trocknen und Salzen von Thunfisch-Eiern und anschließendem Pressen muss der Rogen mindestens 90 Tage reifen, um der Bottarga ihre typische golden-bernsteinfarbene Farbe und den intensiven Geschmack zu verleihen. Und wie essen wir sie? Natürlich auf frischen selbstgemachten Pasta. 

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