Pizzo Carbonara - Spina Puci

Wanderung zum Pizzo Carbonara im Parco delle Madonie

Wandererlebnisse am Pizzo Carbonara und  Spina Puci

Wandern ist des Müllers Lust - und hier kommen wir unterwarteter Weise auf unsere Kosten. Zahlreiche Wanderwege im Madonie Naturpark führen uns durch herrliche Natur. Den Ätna haben wir nicht bestiegen, dafür erklimmen wir heute den zweithöchsten Gipfel Siziliens: den Pizzo Carbonara mit 1979 m.

Es soll eine ziemlich anspruchsvolle Route sein - wir empfinden sie aber als einfach. Sicher - es geht 350 Höhenmeter hinauf, aber der Sentiero 551 ist mit sanften Steigungen angelegt. Der Rundwanderweg beginnt auf der Ebene Piano Battaglia über eine Hochgebirgsweide, vorbei an einer Doline, dem Schluckloch Inghiottotoio della Batttaglietta, in dem sich das Regenwasser der Battaglia Polje (Wiese) sammelt und an der Küste bei Cefalu wieder ans Tageslicht sickert.

Nach der weichen Wiese steigen Serpentinen am Hang des Monte Ferro durch ein Kaarstgebiet - wir erreichen buschiges Gelände und dann stapfen wir abwechselnd durch einen schattigen Buchenhain oder kaarstiges Gelände, dessen Kalkstein, einst auf dem Grund des Urmeeres gelegen, ist durchsetzt mit versteinerten Fossilien. Auf- und ab schlängelt sich der Weg oberhalb von Dolinen, kraterähnlichen Sinklöchern, in denen sich das Gelände wegen weicheren Untergrundes abgesenkt hat. Die Dolinen haben Durchmesser von mehreren Hundert Metern und darin grasen friedlich ein paar Rehe.

dolinen

Vor uns öffnet sich eine Berg- und Tallandschaft, die aus Dolinen gebildet wird. Einzelne Steinmännchen und weiß-rote Markierungen geleiten uns durch das Gelände. Wir umkreisen den Pizzo Antenne und erreichen die Hochebene Piano della Principessa, auch hier durchqueren wir Dolinen und begrünte Terrassen. Auf dem Gipfel des Pizzo Carbonara leuchtet ein Stab auf einer Steinpyramide über einem Geröllfeld - nur noch 100 m und wir haben unser Ziel erreicht.

monte mufara etna

Der 360 Grad Rundumblick ist phantastisch - Sizilien liegt uns zu Füßen. Eine unglaubliche Kaarst oder Mondlandschaft um uns herum und schroffe Dolomiten-Berge. Östlich schmaucht der Ätna in der Ferne, das thyrrenische Meer leuchtet dunkelblau, die Liparischen Inseln liegen ein wenig im Dunst ebenso wie Palermo.

gipfel pizzo carbonara pizzo carbonara schnee

Nach einer kleinen Rast und einem ausgiebigen Rundblick machen wir uns auf den Rückweg. Der abwechslungsreich gestaltete Weg überrascht uns mit Schneefeldern vom letzten Winter, im Dickicht verschwinden ein paar Rehböcke, eine Wildschweinfamilie mit 2 Ferkeln können wir bei der Futtersuche beobachten - wir atmen die gesunde frische Bergluft und freuen uns über den windstillen Tag.

Monte Spina Puci

Rund um den Monte Spina Puci wandern wir wieder erst über die Hochweide des Piano Battagli und schwenken dann links. - von nun an geht's bergab. Kleine Markierungen an Kalksteinen lassen uns einen Hang hinab zirkeln, ein Pfad ist nur hin und wieder an der roten Erde zu erkennen. Auf der anderen Hügelseite sehen wir Bewegung - eine Rehschule prescht den Berg hinauf.

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Um uns herum leuchten gelbe Affodil und Färberwaid. Wir hüpfen über Stock und Stein und erreichen den Grund des Taleinschnittes, der mit saftig grünem Gras bewachsen ist. Ein breiter Feldweg führt uns zur Straße und zum Wohnmobil zurück. 

faerberwaid dolden milchstern schoeterich
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