Valle de Ricote - Abaran

Rauschende Wasserschöpfräder - Parque de las Norias in Abaran

Wasserräder aus arabischer maurischer Zeit am Rio Segura

Abaran ist der Ort, im dem wir auf de Route de las  Norias nicht nur zu gut erhaltenen Wasserrädern geführt werden – nein, sie sind doch tatsächlich noch in Betrieb, aber das entdecken wir erst bei unserem Rundgang.

Die Route der Wasserräder von Abaran beginnt im Parque de la Norias mit dem größten in Europa noch funktionierendem Wasserrad, dem Noria Grande aus dem Jahr 1802, restauriert 1951. Leider wird es im Moment repariert und steht still, wie schade. Beeindruckend sind die Abmessungen dieses aus Eisen und Holz erschaffenen Reliktes aus dem 19. Jahrhundert trotzdem mit einem Durchmesser von etwa 12 m und gut 1 m Breite. 64 Schaufeln mit 128 Kammern befördern jeweils 20 Litern und befördern so bei eine Umdrehung 2560 Liter, die ein Areal von 13 Hektar bewässern. Nur wie funktioniert das wirklich, denn wir sehen keine Kammern???

araban noria grande 2 araban noria grande 1

Unser Weg verläuft nun zwischen Obstplantagen, Auwald und an gluckernden Wasserkanälen entlang am Ufern des Flusses Segura zum Noria de la Hoya de Don Garcoa. Das Wasser des Kanals fließt mit ordentlicher Geschwindigkeit und das große Rad mit einem Durchmesser etwa 8 m und gut 1 m Breite, angetrieben von 48 Schaufeln dreht sich gemächlich vor unseren Augen.

Oberhalb des Wasserrades ist ein Querbalken – die Rinne, in die das Wasserrad sein Wasser aus 96 Eimern von jeweils 15 Litern speiht.

noria-de-la-hoya-de-don-garcoa

 Eine Umdrehung befördere1440 Liter und bewässert 13 Hektar, so informiert eine kleine Tafel. Es sei Anfang des 19 Jahrhunderts erbaut und 1951 restauriert worden und ist unermüdlich in Bewegung. Nun haben wir die „Eimer“ innerhalb des runden Rahmens entdeckt – das Geheimnis ist gelöst! 

noria de la hoya de don garcoa 1

Unser Spaziergang durch die Obstgärten führt uns noch zu kleineren nimmer müden Norias, so der „Noria de Candelon“ von einem Durchmesser von etwa 6 m, etwa 0,5 m Breite mit 40 Eimern von jeweils 6,3 Litern.

Als fördert eine Umdrehung etwa 250 Liter. Es wurde Anfang 1838 dokumentiert und 1951 von Holz in Metall restauriert.

noria de candelon 1 noria de candelon 2

Die arabische Vergangenheit Murcias wird in der fruchtbaren Landschaft, die vom Fluss Segura bewässert wird, wieder lebendig, wenn sich die alten Wasserräder drehen. Sie wurden verwendet, um Wasser in höhere Kanäle zu heben und Land an beiden Ufern des Flusses zu bewässern.

noriaMit dem arabischen Zeitalter ist es dem Bauern gelungen, Wasser, Erde, Licht, Wärme und Pflanzenarten zu kombinieren. Während der letzten zehn Jahrhunderte wurden die Haine der beiden Ufer des Segura-Flusses bis zu den oberen Hängen des Tals bewässert haben. Dämme, Gräben, Aquädukte und Wasserräder waren die Instrumentarien, die es ermöglicht haben, dieses Paradies im nördlichen Teil des Ricote-Tals zu erschaffen.

Der Fluss fließt hier durch die Dörfer Abarán, Archena, Blanca, Ojós, Ricote, Villanueva del Segura und Ulea, die wir alle nach und nach erkundet haben, und wird raffiniert durch Kanäle auf die Felder geleitet. In diesem "Maurischen Tal" finden wir immer wieder noch einige ungenutze, langsam verfallene Wasserräder, die das Wasser in weiter vom Flussbett entfernte Gebiete leiteten.

In einem Garten sehen wir hinter dem Zaun das „Noria La norica“, einem kleinen filigranen Exemplar mit einem Durchmesser von 5 m, etwa 40 cm breit mit 20 Schaufeln – also 40 Eimern von jeweils 1,25 Litern. Es wurde 1850 erbaut und war bis 1929 in Betrieb, wurde 1970 restauriert und ist seit 2016 wieder in Betrieb.

Das Schöpfrad

Ein Schöpfrad – so erforschen wir im Netz - ist ein Wasserrad, das mit einem Teil seines Umfanges ins Wasser eintaucht. Dabei füllen sich bei diesem Eintauchen die eingebauten Wasserkübel  mit Wasser. Am höchsten Punkt des Rades entleeren sich dann die Kübel in einen Bewässerungskanal. Auf diese Weise können dann - nur durch Wasserkraft angetrieben - diese Schöpfräder Höhenunterschiede von einigen Metern überwinden.

Wir finden auf unserem Rundgang Schöpfräder mit einer Entleerung mal auf einer Seite, bei einem anderen auf beiden Seiten. Hier ist dann jeweils in der oberen Höhe eine Rinne, die auf ein Aquädukt führt und das Wasser in ein Kanalsystem mit entsprechenden Ebenen weiterleitet. Weil die vorhandene Strömung für die Schöpfleistung durch die Drehung des Rades manchmal nicht ausreicht, sind zur Verstärkung kleine Stauwehre wie Flügel im Fluss- oder Kanallauf errichtet, die wir auch entdecken.

Ein geniales System, das klimafreundlich und ohne Energie Einsatz funktioniert. Warum werden nicht einfach die Bewässerungskanäle auf diese wunderbaren Schöpfräder „zurück gebaut“ und die Motoren bzw. Pumpen wieder abgebaut? Das wäre eine Aufgabe für die EU, europaweit - wenn nicht sogar weltweit - solche Wasserschöpfräder zur Bewässerung einzusetzen!

 

Wanderstrecke: 5 km

gefällt mir !
5 von 5 - 1 Bewertungen
Vielen Dank für die Bewertung dieses Beitrags.