Vanuatu - Malakula - Lamap

Vanuatu - Malakula – Das Leben in Lamap am Sonntag

Kirche - Fleisch - Kinder  - Erlebnisse in Lamap auf Malakula in Vanuatu

Wie ein riesiger Fjord liegt Port Sandwich vor uns – benannt natürlich von Captain Cook nach Lord Sandwich – so ca 3 sm ins Land segeln wir und hinter einer Biegung sehen wir einen Beton-Anleger und in der ruhigen Bucht

dahinter sage und schreibe 16 ankernde Segeljachten. Oh nein – das ist ja fürchterlich – aber am nächsten morgen sind schon 10 wieder verschwunden.

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Wir ankern so nah an Land, daß wir wieder bequem ohne Außenborder dorthin paddeln können. Es ist übrigens Sonntagmorgen – als Kirchgang ist angesagt. Ein breiter Pfad führt zum Dorf Lamap und so wandern wir ca. 20 Minuten und treffen so langsam auf die Siedlung. Urige Bambus-Palmhütten zeugen von einer großen Bevölkerungszahl und überall laufen Hühner und dicke fette gesunde schwarze oder hellbraune Schweine mit einer drolligen Schar von Ferkelchen in allen Schattierungen. Zu drollig, wie sie alle die Kokosschalen knacken und mampfen. Und wir sehen eine stattliche Anzahl von gesunden Rindern, deren Fell glänzt und die friedlich durch die Landschaft wandern auf der Suche nach Nahrhaftem. Auch am Strand lassen sie sich hin und wieder nieder und schauen auf die Boote! Wir laufen durch große Kokospalmenplantagen – und 3 mal hören wir ein dumpfes Bumm – das kommt von herunterfallenden Kokosnüssen – wir glauben, diese Geräusche wirklich das erste Mal zu hören – ohje, wenn so eine Granate auf den Kopf fällt, dann ist aber zappenduster!

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Aber innerhalb des Dorfes gibt es weniger Palmen als allerlei Gesträuch und Bäume – so wird uns ein Baum mit apfelähnlichen Früchten gezeigt, so kleine grüne längliche Früchte, die aber noch nicht reif sind zu Zeit. Zwischen den Häusern sehen wir erstaunlicherweise Zäune aus Grünzeug aber auch Stacheldraht und wundern uns darüber. Da müssen wir doch wohl noch einmal nachfragen, warum sie diese angelegt haben.

Die Behausungen werden immer zahlreicher, die Leute sitzen vor ihren Häusern im Schatten, Kinder laufen fröhlich herum und winken – aber kein Fahrrad, kein Ball oder ähnliches Spielzeug nur eine einzige Gruppe spielt mit Glasmurmeln. Wir hören Singen ... da kann also die Kirche nicht weit sein. Und nach einer Biegung sehen wir dann auch ein flaches Gebäude auf einer Rasenfläche und daraus erschallt richtige flotte Musik und Gesang. Wir nähern uns vorsichtig der Tür und finden ein einfaches gemauertes Haus mit ein paar Bänken darin und einigen singenden Leuten, die von einem Keyboard begleitet werden – eigentlich ist kein Altar zu sehen – eher nur eine Kanzel und 3 ordentlich gekleidete Herren, die gestenreich predigen. 

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Mit Handzeichen werden wir aufgefordert, uns zu setzen – oh pardon Männer und Frauen bitte auf getrennten Seiten stellen wir nach einem Moment fest – dann werden wir von allen Besuchern angestrahlt – und der Prediger begrüßt uns – hoffentlich sollen wir nicht gleich vorbeten! Und schon wird das nächste Liedchen angestimmt und mit Temperament und Händeklatschen im Takt macht das richtig Spaß. Nach einer Weile ziehen wir uns dann vorsichtig zurück – das Dorf muß noch weiter erkundet werden! Immer mehr Leute schlendern langsam hier zur Kirche – ein friedliches buntes Bild am Sonntagmorgen.

lamap kircheEin Stückchen weiter finden wir einen Laden, doch er ist geschlossen heute. Unsere Schritte folgen weiter dem großen breiten Weg – der nun auch hier von zahlreichen Palmen umsäumt wird – und hier kommt uns eine große Schar Menschen entgegen, die sehen aber eher aus, als kämen sie aus der Kirche. Und so ist es auch, wie uns 3 ältere Damen nett erklären. Der katholische Gottesdienst sei leider schon beendet – dort in der großen Kirche. Als Trost geben sie uns ein paar mandelartige Nüsse zum probieren! Die katholische Missionskirche betreibt auch eine Missionsschule der ersten und zweiten Stufe – so erklärt uns der Direktor der Schule, der aus seinem Haus gelaufen kommt und sich auf den Weg stellt, damit wir ihn nicht übersehen können. Er erklärt uns die Einrichtungen und zeigt uns den weiteren Weg zur Wetterstation, Polizeistation und zum kleinen Hospital.

mango baumNicht weit davon lädt ein großer Mangobaum zur Rast ein – ein paar Holzbalken rund um den Stamm dienen als Bank. Und kaum haben wir uns niedergelassen, kommen schon 2 junge Männer angeschlendert – endlich mal wieder was los im Dorf. Und das Dorf ist wirklich rund um unserem Mangobaum – bewohnte Hütten, einige sind im Bau, dort ist schon ein Fundament fertig, aus einer Wellblechhütte qualmt es in dunklen Schwaden – dort werden die Steine für das Laplap aufgeheizt – wird uns erklärt. Günther unterhält sich mit den beiden gemütlich und wird auf den Bäcker hingewiesen – dort gäbe es frische Brot – also nichts wie hin. Der Local zeigt uns nicht nur den Weg sondern geleitet uns dorthin – ohje , das Brot sei ausverkauft – aber dafür gäbe es Fleisch! Und Ihr könnt es Euch nicht vorstellen, welche Szene und erwartet:

port sandwich fleischereiEin großer Baum ist das Dach für die Fleischerei – darunter 2 Bänke – eine davon mit 2 Frauen in bunten Kleidern, die andere ist von der Rinderhaut belegt. An dicken Ästen hängen die 4 Beine des Rindviechs – an einem wird gerade eine Bestellung abgeschnippelt, dahinter eine die Rippenseite, fein säuberlich ausgelöst vom Fleisch, und an einer großen Bambusstange hängen so 1-2 kg große Fleischbatzen an Grasbändern – rundherum noch so einige Leute, viel Palaver und großes Gelächter, als Günther auf ein Stück dieses gut abgehangenen Fleisches deutet – das will ich haben!  Aber selbstverständlich wird das dann für uns von der Stange genommen und 300 Vatu wechseln den Besitzer (2.40 Euro) - und schon spaziert Günther – wie die anderen auch mit einem Stück Fleisch am Faden durchs Dorf – aber nein, das lassen sie nicht zu die Leute – ab in die Bäckerei mit Dir und eine Plastiktüte drumgewickelt. Und so geleitet uns der junge Mann über kleine „Trampelpfade durchs Dorf, bis wir zum Hauptweg gelangen, an dem wir wieder nach Hause finden.

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port sandwich kinderNun sind die Kirchenbesucher der kleinen Kirche auch auf der „Straße“ und grüßen und freundlich. Eine Kindergruppe hat sich bewaffnet mit 2 Gurken auf dem Weg aufgestellt und guckt uns fragend und neugierig an. Da lassen wir uns natürlich sofort drauf ein und schon wissen wir die Namen, wie alt sie sind und und und.... sind 2 Gurken reicher – aber die möchten sie uns doch gern noch ein wenig tragen – die Mütter fragen, ob sie uns zum Strand begleiten dürfen – natürlich – und schon trappeln wir mit einer mittlerweile auf 7 niedliche braune Kinder mit Kräusellöckchen und strahlendem Lächeln angewachsenen Kinderschar weiter. Am Strand angekommen fragt Eliza schüchtern, ob wir sie mit zum Boot nehmen würden – wir schauen uns an – warum nicht – und schon klettern alle begeistert ins Dinghi – wir paddeln an Bord – Eliza befiehlt allen, ihre Füße abzuwaschen – und schon sitzt die Meute im Cockpit. Es ist jetzt schon das dritte mal, das sie mit auf eine Yacht dürften, erzählen sie stolz. Nach einer Runde Saft und mit bunten Gummi-Armbändern als Souvenir rudern wir alle wieder an Land – ob sie morgen wieder kommen dürften – na klar! Einige sind tatsächlich am nächsten Tag wieder am Strand und rufen uns – sie haben uns Geschenke mitgebracht – 2 Grapefruit, 4 Bananen und 1 Ei!

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