Auf Entdeckungstour in den französischen Pyrenäen
Sailhan, Anzet und Ancizan im Vallée d'Aure
Im 40 km langen Vallée d'Aure entlang des Flusses Neste erkunden wir kleine Dörfer, die wie Vogelnester an den Bergflanken liegen.
Sailhan
Vom Wohnmobil Stellplatz in Vielle Aure fahren wir auf der Ostseite des Tales Aure nach Sailhan auf 930 m, einer kleinen Gemeinde mit 172 Einwohnern. Interessant ist die Moulin de la Mousquère, die nachmittags besichtigt werden kann.

Die kleine hydraulische Mühle aus dem 12. bzw. 17. Jahrhundert stellte 1960 ihren Betrieb ein, verfiel und wurde in den 2000er Jahren von Liebhabern restauriert.
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Die Tür der Mühle ist geöffnet – wir schauen vorsichtig hinein und fragen den Herrn “Müller”, ob wir eintreten dürfen. Gern – Besucher sind willkommen! Die Mühle wird vom Bach Mousquère angetrieben, indem das Wasser durch einen Zulaufkanal umgeleitet wird, bevor es wieder in den Wildbach fließt.
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Wir erhalten eine kleine Vorführung des Mühlenapparates, bei dem sogar der Mühlstein “eingekoppelt” wird und Mais zu Mehl mahlt. Neben diesem dicken Mühlstein steht ein Holzapparat, in dem die verschiedenen Mahlgrade des Mahlgutes fein säuberlich getrennt werden. Nach einer kleinen Geschichte von seinem Vater, der im 2. Weltkrieg in deutscher Gefangenschaft war und dort gut behandelt wurde, entlässt uns der Herr mit netten Worten – Merci bien Monsieur!
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Wir wundern uns ein wenig über den Namen der Mühle und forschen nach: Die Bezeichnung “ Mousquère” kommt aus dem okzitanischen und bedeutet “Fliegenplatz” - vielleicht handelt es sich bei dem Flüsschen mit dem Namen um einen kühlen Ort - nur was hat das mit Fliegen zu tun?
Azet

In Serpentinen schlängelt sich die D225 von Sailhan aus weiter hinauf auf 1006 m in das 43-Seelen Dörfchen Estesan.
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Von dort wandern wir über Feldwege und einen steilen Waldpfad nach Azet mit 143 Einwohnern.
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Vorbei am Waschhaus kommen wir zur Eglise Notre Dame, die inmitten eines Friedhofes in den Himmel ragt. Von hier schauen wir auf das imposante Bergpanorama im Süden bis nach Spanien.

Wandertrack:4.2 km, Min Höhe 965 m, Max. Höhe 1168 m
Ancizan
In Ancizan verbinden wir eine kleine Wanderung mit einem Einkauf im Supermarkt – hier haben wir leckeres Sauerkraut entdeckt. Wir streifen durch die kleinen Gassen des Bergdorfes. Die Häuser des Dorfes sind aus grob behauenen Steinen gebaut und tragen – wie seit Hunderten von Jahren - Granitdächer. So trotzen sie eng aneinandergeschmiegt den Naturgewalten. Ein mit Efeu und Weinreben bewachsenes Haus aus dem 16. Jahrhundert wird noch immer bewohnt, ebenso wie das Castet Haus mit einem Burgturm.
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Direkt hinter dem Dorf klettern wir auf einem steilen Ziegenpfad hinauf zu einem phänomenalen Ausblick auf Ancizan und das Vallée d'Aure gen Süden, in denen sich dicke Wolken zu Regenwetter zusammen ballen.



















