Mediano Stausee

Mediano Stausee in einer magisch verzauberten Landschaft Aragons

Ein Kirchturm trotz den Fluten des Embalse de Mediano

Ainsa verlassen wir auf der A 123, die entlang der Stauseen gen Süden in der Provinz Aragon führt. Schon von der alten Befestigungsmauer des Castillos in Ainsa konnten wir den Mediano-Stausee (span. Embalse de Mediano) in der Ferne entdecken.

Die Straße führt uns ganz in die Nähe, hin und wieder leuchtet er schon durch die Wälder. Ein interessanter Wanderweg GEO 3 der Vereinigung „Sobrarbe-Pyrinees Geopark“ führt auf die Berge zum Castillio de Samitier mit Blick auf den See – aber wir finden für unser dickes Wohnmobil keinen Parkplatz – wie schade. Also ein paar Kilometer zurück – dort haben wir einen Feldweg entdeckt und können anhalten, um zum Seezu laufenEs bietet sich ein magisches Bild vor unseren Augen :

Die Landschaft rund um den Embalse de Mediano wirkt verzaubert wie aus einem Bilderbuch. Das in der Sonne grell türkisgrün leuchtende Wasser ist eingefasst von von herbstlich bunt belaubten Hügeln mit schwarzem Grund – phantastisch- und über diese Landschaft wölbt sich ein tiefblauer Himmel.

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Wir spazieren über ein großes Plateau, schneebedeckte Gipfel der Pyrenäen im Norden und  Sicht auf einen Kirchturm – und der steht tatsächlich im Stausee. Der Wasserstand ist jetzt im Herbst so niedrig, dass wir die Kirche fast umrunden können. Erstaunlicherweise hält der stolze romanische Kirchturm immer noch den Wasserströmungen innerhalb des Stausees stand.

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In ihrer rustikalen Bauweise aus Naturstein erstrahlt sie weiß in den Himmel und spiegelt sich auf der bewegungslosen See-Oberfläche und wie eine Fata Morgana die rundherum liegenden Hügel. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert war einst Mittelpunkt von Mediano – das war ein Dorf, welches im Zuge des Staudammbaues leider geräumt werden musste. Im Jahr 1969 hatten bis auf wenige Bewohner die Häuser verlassen. Im September regnete es 3 Tage lang in Strömen – die Dammtore waren geschlossen – und das Wasser stieg bis in die Häuser – die Einwohner konnten nur noch mit wenig Hab und Gut entkommen – wieder eine traurige spanische Geschichte um einen Stausee. Schließlich versank das Dorf in den Fluten des Flusses Cinca – nur dessen Kirchturmspitze ist bei hohem Wasserstand noch zu sehen. Dass der Stausee heute ein bedeutendes  Trinkwasserreservoir Spaniens ist, tröstet möglicherweise manchen der einstigen Dörfler über den Verlust ihrer Heimat hinweg. 

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