Trampmobil mit 6 Rädern

Unser Wohnmobil und wie das Leben und die Reise durch Europa mit dem Wohnmobil begann

Kauf und Ausbau unseres Wohnmobils

Juni 2019

Nun leben wir wieder mobil – „Trampmobil“ mit 6 Rädern – kein Wasser mehr um uns herum, außer wir stehen mal in einer Pfütze. Wir sind nun auf Achse, nachdem wir uns 2 Monate im Bayrischen Wald an die Landluft gewöhnten. Schön war es dort, nach so vielen Jahren eine Familienzeit zu verbringen. Nebenbei wurde unser mobiles Heim ausgestattet, um autark reisen zu können. Wir sind es halt so gewohnt, ohne Steckdose und Hafenanschluß.... Also Solarplatten und eine ordentliche Batteriebank mussten her – nur für einen Windgenerator fanden wir nicht den richtigen Standort... Der 160 ltr Absorber-Kühlschrank ist gegen ein kleineres Kompressor Teil ausgetauscht – und schon war Günther in seinem Element, endlich mal wieder etwas bauen. So zauberte er einen neuen Küchenschrank und vereinheitlichte die Arbeitsfläche mit einer neuen Arbeitsplatte und so entstand aus der Campingküche eine ordentliche Pantry.

Die Suche nach unserem neuen mobilen Zuhause gestaltete sich ja nicht so einfach, denn fast alle Wohnmobile sind eher für Urlaubsleben ausgestattet. So endete schließlich die Auswahl in nur wenigen Modellen, ausschlaggebend immer der Wohn- und der Küchenbereich. Und trotzdem waren größere Änderungen vorzunehmen, wie zum Beispiel den „Zugabteil-Sitz“ in eine gemütliches Sofa umzugestalten und so allerlei mehr, bis wir der Meinung waren, nun ist es praktisch und wohnlich. War unsere TRAMP eher klein und bescheiden, so ist TRAMP-mobil eher lang und schwer mit über 8 m und Doppelachse und 7.5 t. Netterweise heißt das Modell „Delphin“ und ist auch mit einem Delphinzeichen verziert. Im hinteren Bereich ist eine Heckgarage, in der sogar unsere E-Bikes einfach Platz finden.

Vom Bettzeug über Geschirr, Gartenstühlen bis zu Fahrrädern, unsere Wunschliste schien kein Ende zu nehmen. Die Garage füllte sich mit Kartonverpackungen, die von den Lieferanten in unermesslichen Größen auch bei Kleinstbestellungen verschickt wurden. Kein Wunder, dass der Müllberg immer größer wird, denn die Riesenkartons wurden mit Plastikfolien ausgestopft, damit das Kleinteil beim Versand nicht beschädigt wird. Das alles haben wir dann zum Recyclinghof gefahren, die Heckgarage und der Innenraum unseres Mobils waren randvoll mit diesem Verpackungsmaterial gefüllt.

Und dann war es soweit – 2 Monate an einem Ort, da scharren wir mit den Füßen....

Die Zugspitzregion hat die richtige Höhe an Bergen – so gut 2000 m mit schroffen Felsen und Schnee darauf – ein herrliches Panorama und gegensatz zum Ocean, da braucht man nur sitzen und schauen und die Landschaft in sich aufnehmen. Wanderwege auf Almen oder Berghütten, mal durch duftige Heublumenwiesen, mal durch dunklen Fichtenwald, mal über Wurzelwege, mal über Felsen klettern. Wir sind total begeistert und immer wieder sagen wir uns – man ist das herrlich. Überrascht sind wir von den Südsee-Temperaturen, die hier immer wieder herrschen, 30 bis 35 Grad hatten wir nicht erwartet, da hilft nur ein Bad im See. Aber auch diese Seen gibt es hier in jedem Tal. Das Bad in der Isar war eher ein Schock, denn der rauschende Bergfluß führt wirklich eisig kaltes Wasser, das den erhitzten Körper „schockgefriert“. Doch nach einer Radeltour durch den Ahornboden – hier stehen etwa 1000 Ahornbäume malerisch auf Almwiesen umrahmt von schroff aufragenden Bergen – ist ein kühles Nass eine Wohltat. Vom Bergziel auf 1800 m an der Tölzer Hütte genießen wir die Aussicht und zischen ein gezapftes Bierchen – alkoholfrei, sonst wird uns noch schwindelig.

Pfundig ist es hier in Oberbayern am Karwendel-, Wetterstein- und Ammergaugebirge. Ob wir wohl den Sommer hier bleiben??

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